Grundlage
Das Wohngebiet Blomenquartier ist eingekesselt zwischen Autobahn, Eisenbahn und dem Amazon Logistik Zentrum.
Diese Rahmenbedingungen könnten die Attraktivität des Quartiers für viele potenzielle Bewohner beeinträchtigen. Dies betrifft nicht nur die geplanten 25 % Sozialwohnungen, sondern grundsätzlich alle Wohnformen im Quartier.
Um die unter „Lärm“ beschriebenen Belastungen auf ein zulässiges Maß zu reduzieren, sind umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen erforderlich. Dadurch besteht die Gefahr, dass das Quartier räumlich stärker abgeschirmt und von den umliegenden Stadtteilen getrennt wird.
Zudem befindet sich mit dem Magdeburger Viertel bereits ein Gebiet mit besonderen sozialen Herausforderungen in unmittelbarer Nachbarschaft.
Gleichzeitig soll das Quartier eine erhebliche Zahl neuer Einwohner aufnehmen. Dadurch entstehen zusätzliche Anforderungen an Schulen, Kindertagesstätten, Betreuungseinrichtungen, Freizeitangebote, öffentliche Einrichtungen sowie die medizinische Versorgung im Umfeld.
Konsequenz
Durch die Lage zwischen Autobahn, Eisenbahnstrecke, Logistikzentrum und den erforderlichen Lärmschutzanlagen besteht das Risiko, dass die angestrebte soziale Durchmischung (s. auch Leitbild der Stadt Achim) des Quartiers nur eingeschränkt erreicht wird.
Die Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass isoliert gelegene Wohngebiete und Quartiere mit vergleichsweise geringer Wohnattraktivität besondere soziale Herausforderungen entwickeln können. Daher sollte frühzeitig geprüft werden, wie einer möglichen Konzentration sozialer Problemlagen entgegengewirkt werden kann.
Die Astrid-Lindgren-Schule steht bereits seit vielen Jahren vor besonderen sozialen und pädagogischen Herausforderungen. Durch den geplanten Einwohnerzuwachs stellt sich die Frage, ob die vorhandenen Kapazitäten und Unterstützungsangebote ausreichend sind oder zusätzliche Maßnahmen erforderlich werden.
Darüber hinaus wird der zusätzliche Bedarf an medizinischer Versorgung berücksichtigt werden müssen. Bereits heute sind Hausarzt-, Kinderarzt- und Facharzttermine vielerorts nur eingeschränkt verfügbar. Es stellt sich daher die Frage, ob die bestehenden medizinischen Angebote im Umfeld des Quartiers für die erwartete Bevölkerungszunahme ausreichend dimensioniert sind.
Insgesamt erscheint es notwendig, die Auswirkungen des Vorhabens nicht nur unter wohnungs- und verkehrspolitischen Gesichtspunkten zu betrachten, sondern auch die langfristigen Folgen für Bildung, Integration, Gesundheitsversorgung und soziale Infrastruktur umfassend zu bewerten.
Fragen
Ist die vorhandene Infrastruktur (Schulen, Kindertagesstätten, Betreuungseinrichtungen, Spielplätze, Freizeitangebote, öffentliche Einrichtungen sowie die medizinische Versorgung) ausreichend auf den geplanten Einwohnerzuwachs vorbereitet?
Welche Auswirkungen werden auf die Kapazitäten von Hausärzten, Kinderärzten, Fachärzten und anderen Gesundheitsangeboten im Stadtteil erwartet?
Welche Auswirkungen werden auf die Astrid-Lindgren-Schule und andere Bildungs- und Betreuungseinrichtungen im Umfeld erwartet?
Welche konkreten Maßnahmen sollen ergriffen werden, um sozialräumliche Risiken frühzeitig zu erkennen und zu reduzieren?
Wie soll sichergestellt werden, dass die angestrebte soziale Durchmischung tatsächlich erreicht wird?
Welche begleitenden sozialen, pädagogischen, gesundheitlichen und städtebaulichen Maßnahmen sind vorgesehen, um eine positive Entwicklung des Quartiers langfristig zu unterstützen?
Werden die Auswirkungen auf die bestehende Nachbarschaft regelmäßig überprüft und die Ergebnisse öffentlich zugänglich gemacht?